24 kurze Weihnachtsgedichte zum Abschreiben und Ausdrucken
Du suchst ein kurzes Weihnachtsgedicht für eine Karte, einen Vortrag oder das Adventskalender-Türchen? Hier sind 24 Gedichte, eins pro Tag: 14 gemeinfreie Klassiker mit Autor, Quelle und Lebensdaten, dazu 10 eigene Vierzeiler von uns. Als Kärtchen (85 × 55 mm) gibt es alle 24 zum Ausdrucken, lange Gedichte dort mit der ersten Strophe.
Was sich geändert hat
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Welches Gedicht wofür?
| Anlass | Empfehlung | Zeilen |
|---|---|---|
| Weihnachtskarte (kurz, besinnlich) | Rilke, „Advent“ (Nr. 8) oder Ebel, „Weihnachtsgruß“ (Nr. 1) | 8 bis 12 |
| Vortrag für Kinder (Kita, Grundschule) | Reinick, „Der Weihnachtsbaum“ (Nr. 10) oder Splittegarb, „Morgen, Kinder, wird's was geben“ (Nr. 12) | 6 bis 16 |
| Karte lustig für Erwachsene | Ringelnatz, „Einsiedlers heiliger Abend“ (Nr. 14, Strophe 1 und 2) oder unsere Vierzeiler Nr. 15 bis 18 | 4 bis 8 |
| Besinnlich für die Familie | Storm, „Weihnachtslied“ (Nr. 2) oder Eichendorff, „Weihnachten“ (Nr. 3) | 15 bis 16 |
| Ins Adventskalender-Türchen | Jedes dieser 24 Gedichte; Tipp: Gedicht rollen, mit Garn ans Säckchen binden | alle |
| Für Kollegen | Unsere Vierzeiler Nr. 23 bis 24 | 4 |
Tipp für den Adventskalender: Leg ab dem 1. Dezember jeden Tag ein Gedicht ins Türchen. Wer die Kinder mitlesen lässt, kann bei langen Liedern auch eine Strophe pro Tag nehmen (Mohrs „Stille Nacht“ hat sechs Strophen, das reicht für sechs Tage).
Die 14 Klassiker (gemeinfrei)
Alle Autoren sind seit über 70 Jahren tot, die Lebensdaten haben wir mit den Personenseiten bei Wikisource abgeglichen. Die Texte folgen den dortigen Vorlagen, meist dem Erstdruck; die Schreibweise ist teils behutsam modernisiert. Wer sie auf Karten druckt, braucht keine Erlaubnis.
Nr. 1: Eduard Ebel, „Weihnachtsgruß“ (1895)
Leise rieselt der Schnee, Still und starr liegt der See, Weihnachtlich glänzet der Wald: Freue Dich, Christkind kommt bald.
In den Herzen ist's warm, Still schweigt Kummer und Harm, Sorge des Lebens verhallt: Freue Dich, Christkind kommt bald.
Bald ist heilige Nacht; Chor der Engel erwacht; Horch' nur, wie lieblich es schallt: Freue Dich, Christkind kommt bald.
Eduard Ebel (1839 bis 1905). Gesammelte Gedichte, 1895, S. 86. Wikisource
Nr. 2: Theodor Storm, „Weihnachtslied“ (1845)
Vom Himmel in die tiefsten Klüfte Ein milder Stern herniederlacht; Vom Tannenwalde steigen Düfte Und hauchen durch die Winterlüfte, Und kerzenhelle wird die Nacht.
Mir ist das Herz so froh erschrocken, Das ist die liebe Weihnachtszeit! Ich höre fernher Kirchenglocken Mich lieblich heimathlich verlocken In märchenstille Herrlichkeit.
Ein frommer Zauber hält mich wieder, Anbetend, staunend muß ich stehn; Es sinkt auf meine Augenlider Ein goldner Kindertraum hernieder, Ich fühl's, ein Wunder ist geschehn.
Theodor Storm (1817 bis 1888). Gedichte, 8. Aufl. 1885, S. 7 (entstanden 1845). Wikisource
Nr. 3: Joseph von Eichendorff, „Weihnachten“
Markt und Straßen stehn verlassen, Still erleuchtet jedes Haus, Sinnend geh' ich durch die Gassen, Alles sieht so festlich aus.
An den Fenstern haben Frauen Buntes Spielzeug fromm geschmückt, Tausend Kindlein stehn und schauen, Sind so wunderstill beglückt.
Und ich wandre aus den Mauern Bis hinaus in's freie Feld, Hehres Glänzen, heil'ges Schauern! Wie so weit und still die Welt!
Sterne hoch die Kreise schlingen, Aus des Schnees Einsamkeit Steigt's wie wunderbares Singen, O du gnadenreiche Zeit!
Joseph von Eichendorff (1788 bis 1857). Sämmtliche Werke, 1. Bd., 2. Aufl., Leipzig 1864, S. 603. Wikisource
Nr. 4: Theodor Fontane, „Verse zum Advent“
Noch ist Herbst nicht ganz entflohn, Aber als Knecht Ruprecht schon Kommt der Winter hergeschritten, Und alsbald aus Schnee'es Mitten Klingt des Schlittenglöckleins Ton.
Und was jüngst noch, fern und nah, Bunt auf uns herniedersah, Weiß sind Türme, Dächer, Zweige, Und das Jahr geht auf die Neige, Und das schönste Fest ist da.
Tag du der Geburt des Herrn, Heute bist du uns noch fern, Aber Tannen, Engel, Fahnen Lassen uns den Tag schon ahnen, Und wir sehen schon den Stern.
Theodor Fontane (1819 bis 1898). Sämtliche Werke, Teil 2, S. 731. Wikisource
Nr. 5: Christian Morgenstern, „Das Weihnachtsbäumlein“ (1921)
Es war einmal ein Tännelein, mit braunen Kuchenherzlein und Glitzergold und Äpflein fein und vielen bunten Kerzlein: Das war am Weihnachtsfest so grün, als fing es eben an zu blühn.
Doch nach nicht gar zu langer Zeit, da stand's im Garten unten, und seine ganze Herrlichkeit war, ach, dahingeschwunden. Die grünen Nadeln war'n verdorrt, die Herzlein und die Kerzlein fort.
Bis eines Tags der Gärtner kam, den fror zu Haus im Dunkeln, und es in seinen Ofen nahm, hei! tat's da sprühn und funkeln! Und flammte heim- und himmelwärts in hundert Flämmlein an Gottes Herz.
Christian Morgenstern (1871 bis 1914). Klein Irmchen, 1921. Wikisource
Nr. 6: Joachim Ringelnatz, „Weihnachten“ (1910)
Liebeläutend zieht durch Kerzenhelle, Mild, wie Wälderduft, die Weihnachtszeit Und ein schlichtes Glück streut auf die Schwelle Schöne Blumen der Vergangenheit. Hand schmiegt sich an Hand im engen Kreise Und das alte Lied von Gott und Christ Bebt durch Seelen und verkündet leise, Daß die kleinste Welt die größte ist.
Joachim Ringelnatz, als Hans Bötticher (1883 bis 1934). Gedichte, 1910, S. 28. Wikisource
Nr. 7: Joachim Ringelnatz, „Vorfreude auf Weihnachten“ (1933)
Ein Kind, von einem Schiefertafel-Schwämmchen Umhüpft, rennt froh durch mein Gemüt. Bald ist es Weihnacht! Wenn der Christbaum blüht, Dann blüht er Flämmchen. Und Flämmchen heizen. Und die Wärme stimmt Uns mild. Es werden Lieder, Düfte fächeln. Wer nicht mehr Flämmchen hat, wem nur noch Fünkchen glimmt, Wird dann doch gütig lächeln. Wenn wir im Traume eines ewigen Traumes Alle unfeindlich sind, einmal im Jahr! Uns alle Kinder fühlen eines Baumes. Wie es sein soll, wie's allen einmal war.
Joachim Ringelnatz (1883 bis 1934). 103 Gedichte, 1933, S. 52f. Wikisource
Nr. 8: Rainer Maria Rilke, „Advent“ (1898)
Es treibt der Wind im Winterwalde die Flockenherde wie ein Hirt, und manche Tanne ahnt, wie balde sie fromm und lichterheilig wird, und lauscht hinaus. Den weißen Wegen streckt sie die Zweige hin, bereit, und wehrt dem Wind und wächst entgegen der einen Nacht der Herrlichkeit.
Rainer Maria Rilke (1875 bis 1926). Advent, Leipzig 1898, S. 5, Schreibweise modernisiert. Wikisource. In der Originalschreibung steht das Gedicht auf unserer Sprüche-Seite.
Nr. 9: Johann Wolfgang von Goethe, „Weihnachten“ (1822)
Bäume leuchtend, Bäume blendend, Überall das Süße spendend, In dem Glanze sich bewegend, Alt und junges Herz erregend, Solch ein Fest ist uns bescheret, Mancher Gaben Schmuck verehret; Staunend schaun wir auf und nieder, Hin und her und immer wieder.
Aber, Fürst, wenn Dir's begegnet Und ein Abend so Dich segnet, Daß als Lichter, daß als Flammen Vor Dir glänzten allzusammen Alles was Du ausgerichtet, Alle die sich Dir verpflichtet: Mit erhöhten Geistesblicken Fühltest herrliches Entzücken.
Johann Wolfgang von Goethe (1749 bis 1832). Ausgabe letzter Hand, Bd. 4, 1828, S. 88. Gelegenheitsgedicht, entstanden 1822. Schreibweise modernisiert. Wikisource
Nr. 10: Robert Reinick, „Der Weihnachtsbaum“
Juchheissassa, juchheissassa, Wir bringen ihn gebracht Den Christbaum, den Tannenbaum, Der alles lustig macht! Du armer, armer Tannenbaum, Wie war dir draußen weh! Du strecktest deine Arme aus Und trugst doch nichts als Schnee! So sag uns doch, du schmucker Baum, Was wirst du morgen tragen? Hoho, so darf man Narren wohl, Doch keinen Christbaum fragen. Juchheissassa, juchheissassa! Wie ist der Schnee so weiß, Wie grün ist doch der Tannenbaum! Der weiß schon, was er weiß!
Robert Reinick (1805 bis 1852). Märchen-, Lieder- und Geschichtenbuch, 9. Auflage 1889, S. 226. Wikisource
Nr. 11: F. W. Kritzinger, „Süßer die Glocken nie klingen“
Süßer die Glocken nie klingen als zu der Weihnachtszeit; 's ist, als ob Engelein singen wieder von Frieden und Freud'.
Friedrich Wilhelm Kritzinger (1816 bis 1890). Das Buch der Weihnachtslieder, 2. Aufl., Bremen 1896. Melodie eines thüringischen Volkslieds. Wikisource
Nr. 12: nach K. F. Splittegarb, „Morgen, Kinder, wird's was geben“ (1. Strophe)
Morgen, Kinder, wird's was geben, Morgen werden wir uns freun; Welch ein Jubel, welch ein Leben Wird in unserm Hause sein! Einmal werden wir noch wach, Heisa, dann ist Weihnachtstag!
Text nach Karl Friedrich Splittegarb (1753 bis 1802), um 1795. Gedruckt in Gustav Wustmanns Liederbuch „Als der Großvater die Großmutter nahm“, Leipzig 1886. Wikisource
Nr. 13: Joseph Mohr, „Stille Nacht“ (Strophe 1, 1816)
Stille Nacht! Heilige Nacht! Alles schläft; einsam wacht Nur das traute heilige Paar. Holder Knab' im lockigten Haar, Schlafe in himmlischer Ruh! Schlafe in himmlischer Ruh!
Joseph Mohr (1792 bis 1848), Text 1816. Melodie Franz Xaver Gruber (1787 bis 1863), 1818. Uraufführung 24.12.1818 in Oberndorf bei Salzburg.
Nr. 14: Joachim Ringelnatz, „Einsiedlers heiliger Abend“ (Strophe 1 und 2, 1933)
Ich hab' in den Weihnachtstagen, Ich weiß auch, warum, Mir selbst einen Christbaum geschlagen, Der ist ganz verkrüppelt und krumm.
Ich bohrte ein Loch in die Diele Und steckte ihn da hinein Und stellte rings um ihn viele Flaschen Burgunderwein.
Joachim Ringelnatz (1883 bis 1934). 103 Gedichte, 1933, S. 80f. Das Gedicht hat 7 Strophen (lustig, für Erwachsene).
10 kurze Verse von uns
Diese Vierzeiler hat unsere Redaktion geschrieben. Du darfst sie frei verwenden, abschreiben und auf Karten drucken.
Lustig (für Erwachsene)
Nr. 15 Der Baum steht schief, die Gans ist zäh, die Plätzchen schmecken nach Kaffee. Doch sitzt die Runde erst beisammen, dann zählen nur die Kerzenflammen.
Nr. 16 Die Lichterkette, frisch entwirrt, hat sich ins Treppenhaus verirrt. Dort glimmt sie nun bis Neujahr hin, und keiner fragt mehr nach dem Sinn.
Nr. 17 Ich schrieb mir Wünsche, lang und klar, und kriegte Socken, wie jedes Jahr. Doch ehrlich: Wenn der Winter beißt, sind's Socken, die man lobt und preist.
Nr. 18 Der Nachbar singt „O Tannenbaum“, der Hund jault mit, man hört ihn kaum. Die Katze schläft im Geschenkpapier, ihr Weihnachtsglück, das fand sie hier.
Für Kinder
Nr. 19 Der Nikolaus stapft durch den Schnee, er hat es eilig, oje, oje! Er füllt die Stiefel vor der Tür, am Morgen danken wir dafür.
Nr. 20 Ein Stern steht still am Himmelszelt, er leuchtet über alle Welt. Wer raufschaut, wird ihn sicher sehn, denn Sterne bleiben immer stehn.
Nr. 21 Ein Flöckchen fällt ganz sacht und sacht, es tanzt herab in stiller Nacht. Es schmilzt auf deiner warmen Hand, doch morgen deckt es weiß das Land.
Nr. 22 Ich öffne heut mein Türchen klein, was mag wohl heut darinnen sein? Ein Zettel, und darauf steht klar: Du bist ein Schatz, das ganze Jahr.
Für Kollegen und Karten
Nr. 23 Das Jahr war lang, der Schreibtisch voll, doch mit euch war die Arbeit toll. Jetzt gönnt euch Ruhe, Licht und Zeit: Frohe Weihnachten, liebe Leut'!
Nr. 24 Ein Gruß von Tisch zu Tisch geschickt, ein Plätzchen, das den Tag beglückt. Mehr braucht es nicht zum Jahresende: Danke für all die helfenden Hände.
Druckvorlage
Alle 24 Gedichte gibt es als Kärtchen zum Ausschneiden. So kannst du ab dem 1. Dezember jeden Tag eins ins Türchen legen.

- Inhalt: alle 24 Gedichte dieser Seite, lange Gedichte mit der ersten Strophe (gekennzeichnet mit „…“), unten Autor und Titel
- Format: A4, 3 Seiten, 8 Kärtchen pro Seite (85 × 55 mm), mit Schnittlinien
- Gedicht-Kärtchen als PDF herunterladen (81 KB)
Rechtliches
Gemeinfrei bedeutet: Der Autor ist seit über 70 Jahren tot (§ 64 UrhG). Unsere Texte stammen aus dem Erstdruck laut Wikisource. Moderne Gedichte (z. B. Erich Kästner, Hermann Hesse, Rose Ausländer) sind urheberrechtlich geschützt und dürfen ohne Lizenz nicht abgedruckt werden.
Mehr Sprüche für die Adventszeit findest du auf unserer Sprüche-Seite. Wenn du Geschichten vorlesen willst, schau auf Adventsgeschichten zum Vorlesen.
Häufige Fragen
Welche Weihnachtsgedichte sind gemeinfrei?
Alle Gedichte, deren Autor seit über 70 Jahren tot ist (§ 64 UrhG). In unserer Liste sind das unter anderem Eduard Ebel (gestorben 1905), Theodor Storm (1888), Theodor Fontane (1898) und Rainer Maria Rilke (1926). Du darfst sie frei abschreiben und drucken, solange du nicht aus einer geschützten Neuedition kopierst.
Wie viele Zeilen hat ein kurzes Weihnachtsgedicht?
Unsere Auswahl hat 4 bis 18 Zeilen. Kritzinger „Süßer die Glocken nie klingen“ (4 Zeilen), Ringelnatz „Weihnachten“ und Rilke „Advent“ (je 8 Zeilen) passen auf jede Postkarte.
Wer schrieb „Leise rieselt der Schnee“?
Eduard Ebel, 1895, unter dem Titel „Weihnachtsgruß“ in den „Gesammelten Gedichten“. Der Text ist gemeinfrei.
Wer schrieb „Stille Nacht“?
Den Text schrieb Joseph Mohr 1816, die Melodie komponierte Franz Xaver Gruber 1818. Uraufführung am 24. Dezember 1818 in Oberndorf bei Salzburg.
Zuletzt geprüft: 09.10.2026. Quellen: Wikisource (Texte und Personenseiten), Wikidata (Lebensdaten).