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Geschichte des Adventskalenders

Den Adventskalender hat niemand allein erfunden. Der Brauch wuchs im 19. Jahrhundert aus Kreidestrichen, Kerzen und Bildern an der Wand. Die erste gedruckte Weihnachtsuhr kam 1902 aus Hamburg, der Münchner Verleger Gerhard Lang machte den Kalender ab 1903 populär, und Türchen zum Öffnen gibt es erst seit etwa 1920.

Historischer Adventskalender „Im Lande des Christkinds“ mit der Überschrift „Weihnachts-Kalender“: 24 aufgeklebte Bilder mit Engeln, Kindern und Spielzeug, in der Mitte das Christkind am Weihnachtsbaum
„Im Lande des Christkinds“, Adventskalender aus dem Verlag von Gerhard Lang, München, Nachdruck von 1915. Illustration: Richard Ernst Kepler / Wikimedia Commons, gemeinfrei

Zeitstrahl: Vom Kreidestrich bis heute

Jahr Ereignis Quellenlage
19. Jh. Kinder wischen täglich einen Kreidestrich an Tür oder Wand weg. In katholischen Gegenden legen sie Strohhalme in die Krippe. überliefert
1839 Johann Hinrich Wichern hängt im Rauhen Haus in Hamburg ein Wagenrad mit Kerzen auf: der erste Adventskranz. belegt
1851 Elise Averdieck beschreibt in ihrem Kinderbuch einen Kalender aus 24 Bildern an der Tapete (laut katholisch.de). umstritten
1900 Gebrauchsmusterschutz für Carl Straub in München. Laut Deutschem Weihnachtsmuseum der älteste gedruckte Adventskalender. Einzelquelle
1902 Die Evangelische Buchhandlung Friedrich Trümpler in Hamburg druckt die erste Weihnachtsuhr (Ziffern 13 bis 24). belegt
1903 Gerhard Lang veröffentlicht bei Reichhold & Lang in München „Im Lande des Christkinds“: 24 Verse und Bilder zum Aufkleben. Jahr umstritten
1904 Das Wort „Adventskalender“ taucht anscheinend erstmals auf (Berliner Frauenverein Edelweiß, laut IfaK). Einzelquelle
um 1920 Dora Baum gestaltet „Christkindleins Haus“ bei Reichhold & Lang: der erste Kalender mit Türchen zum Öffnen. belegt
1922 Weihnachtsuhren bilden erstmals die Tage 1 bis 24 ab (vorher nur 13 bis 24). belegt
1926 Ein deutscher Kalender enthält erstmals belegbar Schokolade (Johnes/Perry 2010, Lang zugeordnet). umstritten
1940 Gerhard Lang gibt die Kalenderproduktion auf (Papiermangel, Konkurrenz). belegt
1941 Die NSDAP gibt den Kalender „Vorweihnachten“ heraus; christliche Symbole werden umgedeutet. belegt
1945/46 Richard Sellmer Verlag in Stuttgart erhält eine US-Druckerlaubnis; 1946 erscheint „Die kleine Stadt“. belegt
1953 Newsweek zeigt Eisenhowers Enkel mit einem Sellmer-Kalender; eine US-Hilfsorganisation bestellt 50.000 Stück. teilweise belegt
1950er Schokoladen-Adventskalender werden zum Massenprodukt. belegt
1956 Adventskalender werden in Großbritannien erstmals hergestellt und beworben. belegt
1971/1993 Cadbury bringt in Großbritannien den ersten Schokoladenkalender (1971), Dauerproduktion ab 1993. belegt
1995 „Der Andere Advent“ (Andere Zeiten e. V., Hamburg) erscheint erstmals. belegt
seit Ende 1990er Lebendige Adventskalender und Adventskalender-Häuser verbreiten sich; umgekehrte Adventskalender (Spenden) folgen Mitte der 2010er. belegt

Vorformen im 19. Jahrhundert

Bevor es gedruckte Adventskalender gab, zählten Familien die Tage bis Weihnachten mit einfachen Mitteln. Eltern malten Kreidestriche an Schranktüren, und die Kinder durften jeden Tag einen wegwischen (IfaK, Sonntagsblatt, katholisch.de). In katholischen Gegenden legten Kinder für jede gute Tat einen Strohhalm in eine leere Krippe, damit das Jesuskind an Heiligabend weich lag (Sonntagsblatt). Ein festes Datum für den Beginn dieser Bräuche gibt es nicht; alle Quellen ordnen sie ins 19. Jahrhundert ein, ohne einen Ort oder ein Anfangsjahr zu nennen.

1851 beschrieb Elise Averdieck in ihrem Kinderbuch „Roland und Elisabeth“ (Band 2 der Reihe „Kinderleben“) einen Kalender aus 24 Bildern an der Tapete (laut katholisch.de). Ob die Textstelle tatsächlich so lautet, ist am Originaltext bisher nicht geprüft. In der Geschichtsforschung gilt sie als frühester literarischer Beleg für einen selbstgebastelten Adventskalender.

Wichern und der Adventskranz

1839 hängte Johann Hinrich Wichern im Betsaal des Rauhen Hauses in Hamburg-Horn ein Wagenrad mit Kerzen auf. Vier große weiße Kerzen markierten die Adventssonntage, dazu kamen kleine rote für die Werktage (Sonntagsblatt, katholisch.de, evangelisch.de). Die genaue Kerzenzahl ist umstritten: katholisch.de nennt 4 große und 20 kleine, das Sonntagsblatt 4 große und 18 bis 24 kleine.

Der Adventskranz machte die Wartezeit bis Weihnachten sichtbar, war aber ein Kerzenleuchter, kein Kalender mit Bildern oder Türchen. Tannengrün kam später hinzu: 1851 im Betsaal, 1860 am Leuchter selbst. In bürgerliche Wohnstuben fand der Kranz erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts, nun kleiner (Sonntagsblatt, Dworatschek 2024).

evangelisch.de (epd, 2025) formuliert vorsichtig: Wichern „gilt als Erfinder des Adventskranzes“, und der Kranz „gilt als Vorläufer des Adventskalenders“.

Die ersten gedruckten Kalender

Straub 1900: Der möglicherweise älteste

Laut dem Deutschen Weihnachtsmuseum in Rothenburg ob der Tauber erhielt Carl Straub in München im Jahr 1900 einen Gebrauchsmusterschutz für „St. Nikolaus der Weihnachtsmann“ (evangelisch.de/epd 2025). Das Museum bezeichnet ihn als ältesten gedruckten Adventskalender. Die Museumsseite selbst war bei unserer Prüfung nicht erreichbar (404). Kein anderer Treffer in den Top-Ergebnissen kennt diesen Kalender. Wir führen ihn deshalb als Einzelquelle.

Trümpler 1902: Gesichert

Die Evangelische Buchhandlung Friedrich Trümpler in Hamburg brachte 1902 die erste farbig gedruckte „Weihnachtsuhr für Kinder“ heraus: ein Zifferblatt mit den Zahlen 13 bis 24 und ein Zeiger zum Drehen (Stiftung Historische Museen Hamburg, Sonntagsblatt). Solche Uhren gab es laut IfaK schon vor 1900, die Trümpler-Ausgabe war aber die erste gedruckte. 1922 erschienen Uhren mit doppeltem Zifferblatt und den Tagen 1 bis 24 (SHMH).

Gerhard Lang und der moderne Adventskalender

Gerhard Lang (1881 in Maulbronn, 1974 in München) kam 1902 nach München und wurde Teilhaber der Lithografischen Anstalt Reichhold & Lang. Er veröffentlichte dort „Im Lande des Christkinds“, illustriert von Richard Ernst Kepler: 24 Verse und 24 Bilder zum Ausschneiden und Aufkleben, noch ohne Türchen (Wikipedia, IfaK, Wikimedia Commons).

Laut Überlieferung hatte seine Mutter ihm als Kind 24 Wibele (schwäbisches Baisergebäck) auf Karton genäht. Ein Primärbeleg für diese Geschichte fehlt; BR Kinder leitet sie mit „angeblich“ ein.

Bis Ende der 1930er Jahre brachte Lang rund 30 verschiedene Kalender in 40 Versionen heraus (Wikipedia). 1940 stellte er die Produktion ein: Papiermangel, Konkurrenz und fehlender Patentschutz auf das Türchenprinzip hatten das Geschäft unrentabel gemacht (Wikipedia, IfaK).

Der Datierungsstreit: 1903, 1904 oder 1908?

Drei Jahreszahlen kursieren für Langs ersten Kalender:

  • 1903: IfaK, Wikipedia (Adventskalender und Gerhard Lang), Wikimedia Commons und Sonntagsblatt nennen dieses Jahr. Die Angabe stützt sich auf die Fachliteratur von Esther Gajek (1988/1992) und Mergenthaler (2007).
  • 1904: evangelisch.de (Georg Klein, 2009) datiert den Kalender als Beilage im Stuttgarter Neuen Tagblatt auf 1904. Der Originalartikel der Süddeutschen Zeitung war bei unserer Prüfung nicht abrufbar.
  • 1908: katholisch.de und Sellmer nennen 1908. Die SZ schreibt, Langs Verlag habe „zwischen 1908 und 1938 beinahe jedes Jahr“ einen neuen Kalender herausgegeben.

Eine mögliche Erklärung: 1903 Erstdruck, 1904 Vertrieb als Zeitungsbeilage, ab 1908 regelmäßige Verlagsausgaben. Diese Lesart steht so in keiner einzelnen Quelle; sie ist eine Zusammenführung der verschiedenen Angaben.

Türchen ab etwa 1920

Um 1920 kam der Kalender, wie wir ihn heute kennen: mit Türchen zum Öffnen. „Christkindleins Haus“ von der Illustratorin Dora Baum (1881 bis 1949), bei Reichhold & Lang erschienen, gilt als erster Kalender nach diesem Prinzip (IfaK, Sonntagsblatt). Reichhold & Lang hatte das Türchenprinzip nicht patentiert. Das war laut IfaK einer der Gründe für das spätere Ende des Verlags.

NS-Zeit: Umgedeutete Motive und Papiermangel

Ab 1933 erschienen Adventskalender mit zeitgeistigen Motiven. 1941 gab die Reichspropagandaleitung den Kalender „Vorweihnachten“ heraus (Gestaltung Thea Haupt, Preis 1 Reichsmark). Christliche Symbole wurden umgedeutet, Bezüge zur Wintersonnenwende und germanischer Sagenwelt traten an ihre Stelle (Wikipedia, IfaK, evangelisch.de 2009). 1942 enthielten die Kalender militärische Inhalte, 1943 Backrezepte ohne Fett und Eier. Ab 1940 war Papier kontingentiert.

Sellmer und der Weg in die USA

Im Dezember 1945 erhielt der Richard Sellmer Verlag in Stuttgart von der US-Besatzung eine Druckerlaubnis für 50.000 Kalender. 1946 erschien „Die kleine Stadt“ (Illustration Elisabeth Lörcher), den Sellmer auf der Messe in Frankfurt zeigte (Wikipedia, IfaK).

Im Dezember 1953 veröffentlichte die Newsweek ein Foto von Eisenhowers Enkeln mit einem Sellmer-Kalender (Wikipedia, IfaK). Die Nachfrage in den USA stieg, eine Hilfsorganisation bestellte 50.000 Stück. Der Kalender war allerdings schon seit 1946 im Export; US-Soldaten hatten ihn in die Heimat getragen (Sonntagsblatt). Das Newsweek-Foto war ein Katalysator für den Durchbruch in den USA (siehe Mythen-Check).

Einzelheiten der Eisenhower-Geschichte sind unsicher: Die Zahl der Enkel und das genaue Jahr (1953 oder 1954) variieren zwischen den Quellen.

Schokolade: Seit wann?

Viele Quellen nennen 1958 als Jahr des ersten Schokoladen-Adventskalenders. Einen Hersteller oder einen Primärbeleg dafür gibt es bisher nicht.

Belegt ist, dass Gerhard Lang bereits in den 1920er Jahren Kalender mit Schokolade füllte: IfaK nennt ein „Christkindlshaus zum Befüllen“, das doppelt so viel kostete wie ein normaler Kalender. Der Historiker Joe Perry beschreibt in „Christmas in Germany“ (2010) einen deutschen Kalender mit Schokolade von 1926 (zitiert bei Johnes und epd/Weihnachtsmuseum).

Die Massenproduktion von Schokoladen-Adventskalendern begann in den 1950er Jahren (evangelisch.de 2009). In Großbritannien brachte Cadbury 1971 den ersten eigenen Schokoladenkalender heraus, die Dauerproduktion läuft seit 1993 (Johnes).

Adventskalender heute

Adventskalender sind längst kein reiner Kinderbrauch mehr. Laut einer YouGov-Umfrage (epd 2025, rund 2.000 Befragte) wollen 54 % der Deutschen einen fertigen Kalender kaufen, 8 % basteln selbst. Die beliebteste Füllung bleibt Süßes, gefolgt von Kosmetik.

Neben den klassischen Schokoladenkalendern gibt es inzwischen Beauty-Kalender, Spielzeug-Kalender, Tee-Kalender und Kalender für Erwachsene mit Spirituosen. Verbraucherzentralen warnen vor Alkohol in Kalendern (Bremen) und raten zum Preisvergleich (Niedersachsen).

Gewachsen ist auch die soziale Seite: Umgekehrte Adventskalender, bei denen man täglich etwas für die Tafel oder Caritas spendet, verbreiten sich seit Mitte der 2010er (Wikipedia, epd). Lebendige Adventskalender, bei denen sich Nachbarn abwechselnd Türchen und Fenster öffnen, gibt es seit Ende der 1990er (epd 2025). Seit 1995 erscheint Der Andere Advent des Vereins Andere Zeiten e. V. aus Hamburg, 2025 zum 31. Mal (epd).

Wie sich Preise, Warenwert und Verfügbarkeit in dieser Saison entwickeln, zeigen wir im Adventskalender-Report 2026.

Mythen-Check: Acht verbreitete Irrtümer

Behauptung Was die Quellen sagen
„Wichern erfand den Adventskalender.“ Wichern erfand 1839 den Adventskranz: ein Wagenrad mit Kerzen, das die Wartezeit zählte. Kalender mit Bildern oder Türchen kamen Jahrzehnte später.
„Lang erfand den ersten Adventskalender 1908.“ Die Datierung 1903 hat die breiteste Basis (Fachliteratur Gajek, Mergenthaler). Trümpler (1902) und möglicherweise Straub (1900) brachten noch früher gedruckte Kalender heraus.
„Es gibt einen alleinigen Erfinder.“ Der Brauch entwickelte sich aus mehreren Zählhilfen im 19. Jahrhundert. BR24 (30.11.2025): „Der Adventskalender hat keinen ‚alleinigen‘ Erfinder.“
„Der erste Schokokalender kam 1958.“ Schokolade in Kalendern ist seit den 1920ern belegt (Lang); ein Kalender von 1926 enthielt Schokolade (Johnes/Perry). Die Jahreszahl 1958 hat keine Primärquelle.
„Eisenhower hat den Kalender in den USA eingeführt.“ Das Newsweek-Foto von 1953 war ein Katalysator. Sellmer exportierte seit 1946, US-Soldaten brachten Kalender in die Heimat.
„Langs Mutter nähte Wibele auf Karton.“ Familienüberlieferung ohne Primärbeleg. BR Kinder leitet die Geschichte mit „angeblich“ ein.
„Adventskalender hatten schon immer 24 Türchen.“ Frühe Kalender hatten 22 bis 28 Felder. Die Zahl 24 setzte sich erst Mitte des 20. Jahrhunderts durch (Sonntagsblatt).
„Langs erster Kalender hatte Türchen.“ Langs erste Kalender hatten Bilder zum Ausschneiden und Aufkleben. Türchen kamen um 1920 mit Dora Baums „Christkindleins Haus“.

Adventskalender-Häuser und Rekorde

Mehrere Städte beanspruchen den Rekord für den größten Adventskalender:

Gengenbach im Schwarzwald verwandelt seit 1996/97 seine Rathausfassade mit 24 Fenstern in einen Adventskalender (2026: 27.11. bis 23.12., jährlich wechselnde Künstler, festivalsindeutschland.de). Der Veranstalter nennt es das „größte Adventskalenderhaus der Welt“ (Eigenangabe); eine Guinness-Urkunde von 1997 wird genannt, die Stadt Forchheim beansprucht den Eintrag aber ebenfalls (seit 1998, Eigenangabe).

Leipzig zeigt am Böttchergässchen laut Wikipedia einen freistehenden Adventskalender mit 857 m² und Türen von etwa 3 x 2 Metern. Ein Primärbeleg der Stadt fehlt bisher.

Weitere Adventskalender-Häuser und -Fassaden gibt es unter anderem in Forchheim, Hünfeld, Meiningen und Tönning (Packhaus, 77,5 m Fassade) sowie am Wiener Rathaus und an der Reussbrücke in Luzern. Die Evangelische Landeskirche in Württemberg macht seit etwa 2003 wechselnde Kirchen zu Türchen.

Alle Rekordangaben beruhen auf Eigenangaben der Veranstalter oder auf Wikipedia ohne Primärbeleg.

Museen und Orte: Wo du historische Adventskalender sehen kannst

  • Deutsches Weihnachtsmuseum, Rothenburg ob der Tauber: Dauerausstellung mit historischen Adventskalendern. Saison 2026: ab 20. November (Angabe Bayern-Tourismus). Öffnungszeiten und Preise sind in den Quellen widersprüchlich; vor dem Besuch auf weihnachtsmuseum.de prüfen.
  • Gengenbacher Adventskalender: 27.11. bis 23.12.2026, Rathausfassade (festivalsindeutschland.de).
  • Museum Europäischer Kulturen, Berlin (Staatliche Museen): Eine der größten Museumssammlungen zu Adventskalendern. Die Sonderausstellung „Vorfreude. Adventskalender in Europa“ (2015/16) zeigte rund 200 Kalender.
  • Sammlung Esther Gajek, Regensburg: Die Kulturwissenschaftlerin besitzt laut einem Pressetext des Hopfenmuseums Wolnzach (2008) mehr als 3.000 Adventskalender, die sie an verschiedenen Orten ausgestellt hat.
  • Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH): Besitzt eine Trümpler-Weihnachtsuhr von 1902, einen JAVA-Kaffee-Werbekalender von 1962 und weitere historische Stücke.

Für Schule und Unterricht

Dieser Artikel ist frei zitierbar mit Quellenangabe: adventskalender-welt.com, „Geschichte des Adventskalenders“, Stand 11.10.2026.

Quellen und weiterführende Literatur

Häufige Fragen

Warum hat der Adventskalender 24 Türchen?

Die Zahl 24 setzte sich erst Mitte des 20. Jahrhunderts durch. Frühere Kalender hatten 22 bis 28 Felder, Weihnachtsuhren anfangs nur die Ziffern 13 bis 24. Die feste Spanne vom 1. bis 24. Dezember machte Kalender wiederverwendbar, weil der Beginn der Adventszeit jedes Jahr auf ein anderes Datum fällt (Sonntagsblatt, 29.11.2025).

Warum haben manche Adventskalender nur 12 Türchen?

Die ersten Weihnachtsuhren (1902) zählten nur die Tage vom 13. bis 24. Dezember. Heute orientieren sich Kalender mit weniger als 24 Türchen entweder an der kürzeren Adventszeit oder sie packen einfach weniger Überraschungen ein.

Heißt es Adventkalender oder Adventskalender?

In Deutschland heißt es Adventskalender, mit Fugen-s. In Österreich ist Adventkalender (ohne s) die übliche Form. Beide Schreibweisen stehen im Duden.

Haben andere Länder auch Adventskalender?

Ja. Der Brauch entstand im deutschsprachigen Raum und kam durch Export und Einwanderung nach Großbritannien (kommerziell ab 1956), in die USA (Sellmer ab 1946) und nach Skandinavien. In Schweden gibt es einen TV-Adventskalender als 24-teilige Serie.

Wer hat den Adventskalender erfunden?

Einen alleinigen Erfinder gibt es nicht. Die erste gedruckte Weihnachtsuhr brachte 1902 der Hamburger Verlag Friedrich Trümpler heraus. Der Münchner Verleger Gerhard Lang gilt als Erfinder des modernen Adventskalenders mit Bildern (um 1903/1904). Türchen zum Öffnen kamen erst um 1920 dazu.

Zuletzt geprüft: 11.10.2026. Haben wir etwas falsch dargestellt? Schreib uns, wir korrigieren und nennen die Quelle.